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Französische Chansons
Ein Bonbon der Superlative
Sängerin Susanne Kliemsch machte den Abendabend zum Erlebnis: Leidenschaft und Ausdruckstiefe packen, Stimmglanz brilliert und kokettiert mit dem Pianisten. Die Künstlerin wiegt sich im Musette- Walzer-Rhythmus, ist ganz Gefühl, holt die auf dem Weg zum Konzert vom Regen nass gewordenen Besucher voll aus der Reserve ... Von Paris schwärmt die Sängerin, lässt sich und das Publikum einhüllen ins faszinierende Flair musikalischer Delikatesse ... Ergriffen und mit Ovationen dankt das Publikum den Künstlern für einen niveauvollen Abend der kleinen Form, der mit poesiereichen Zugaben endet.
Sie sind ein Team, das auf Chansonwolken schwebt und im berühmten Lied von der Rose ein Bonbon der Superlative anbietet.Die Sängerin ist ganz Musik, kann verteufelt aufmüpfig gestalten und hat ihre Stimme voll im Griff.(Sächsische Zeitung)
Susanne Kliemsch führt uns mit fester Stimme dorthin, wo man die Augen schließt und von Tod und Teufel, also von Liebe, träumt.(Thüringer Allgemeine)
Die dreizehn Monate von Erich Kästner
Viel, viel Applaus für den großartigen Komponisten, zwei wunderbare Musiker und eine perfekte Sängerin
Zunächst ist da ein gewisses Zweifeln: Der lakonisch-nüchterne Lyrik-Tonfall Erich Kästners so emotional gesungen? Geradezu betont expressiv? Man hat eine Stimme im Kopf, die man dem verehrten Dichter zuordnet - und die ist eher kühl und zurückhaltend … Schmitz hat „Die dreizehn Monate“, Auftragsarbeit für eine Schweizer Zeitschrift von 1955, schon 1983 für Sängerin und Orchester vertont: In der Trio-Besetzung mit Jörn Behrsing am Fagott war das Konzert in der Reihe „Musik zwischen den Welten“ in der Dreikönigskirche eine Premiere. „Die Welt wäre so gerne gelb und blau und rot“, heißt es über den Januar und Schauspielerin und Sängerin Susanne Kliemsch singt wunderbar präzise, sie beherrscht ihr Handwerk, trifft jede Nuance. Dennoch bleibt das Zögern, wenn sie die Arme ausbreitet und sich auch mimisch und gestisch in die Interpretation hineinbegibt. Eine Skepsis jedoch, die schwindet. Schon beim Februar, der mit einem schwungvollen Variete-Klavier anklingt, und dessen Faschingsthema Kliemsch eher forsch-rufend vorstellt, ist man gefesselt. Wenn dann die grüblerische Zeile „… und aus welchem Stoff sind wir?“ wieder allerschönst gesungen wird, ist man gerade ob des Kontrastes gewonnen. Behrsing schafft es, mit seinem Fagott intensive Zwiespältigkeit zu transportieren, unauffällig gestützt von dem Klavier von Schmitz. Erich Kästner, nach dem Krieg melancholischer denn je, gab sämtlichen „dreizehn Monaten“ einen eher wehmütigen Unterton. So macht der März zwar Tempo, um aus dem Winter herauszukommen, der April hat Witz und Charme - und schönen Sprechgesang, mal im Stakkato, mal langsam. Das erste Instrumental-Stück fasst jedoch die eigentlich fast traurige Stimmung in einem traumhaft schönen Fagott-Solo bei sparsamer Klavierbegleitung zusammen … Der Dezember erklingt mit angedeuteten Weihnachtsliedern, dann einer nahezu morbiden Abschiedsstimmung durch den grandiosen Jörn Behrsing, bevor Manfred Schmitz mit seinem Klavier ein wenig Hoffnung auf das neue Jahr herbeizaubert. Viel, viel Applaus für den großartigen Komponisten, zwei wunderbare Musiker und eine perfekte Sängerin.(Dresdener Neueste Nachrichten)
Ich mach ein Lied aus Stille
Stehende Ovationen
Sonnabendabend in der Scheunenkirche des Bischof-Benno-Hauses Schmochtitz: Viele junge Leute sitzen im Publikum, a1s vom Flügel „Wind überm Kornfeld“ weht und webt, sich eine einfache Melodie erhebt und ins Mottolied „Ich mach ein Lied aus Stille“ gleitet. Ruhe und Gediegenheit breiten sich aus, lassen die Künstler Manfred Schmitz am Piano und Sängerin Susanne Kliemsch zusammenwach- sen zu einem Liederabend, der Eva Strittmatter gewidmet ist: der Dichterin und Schriftstellerin, die 43-jährig über Nacht sehr bekannt wurde und in Schulzenhof bei Gransee lebt. Solches und vieles mehr erfahren die Gäste. Vor allem aber ist es das intensive Miteinander im Zyklus von reichlich 20 Liedern, in klug gewählten Texten, in eigens für den Abend komponierten Klaviersoli des Berliner Komponisten, Pianisten und Arrangeurs Manfred Schmitz. Feinnervig und berührend nähert sich die freischaffend arbeitende Susanne Kliemsch, die drei Jahre am Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen tätig war, dem „Traum“ und seiner Deutung, wächst rhythmisch reizvoll zu großer Gestik in „Anbeginn“, kreiert eine nachdenkenswerte „Widmung“. Weiß, wie sie Lyrik in „Nur einmal so“ ins Kirchenhaus schütten will. Der Abend beginnt sich zu runden im weichen Duo „Abendwind“ mit einem Meister am Flügel, der sein „Rondo a la Dave“ fließen lässt: jazzig kühn zupackend, feine Leuchtpunkte setzend, mit keckem Akkordschlag endend. Von „Möglichkeiten“ singt die Berlinerin, die wir selten annehmen. Sie wächst über sich hinaus in „Interruptio“ über das ungeborene Kind. Unbeschreiblich wirkt die Stille der Hörer. Später kramt sie in Eva Strittmatters Jahreszeitengedichten, wird zu Leidenschaft und Gefühl in „September“, ist weiche Stille in „Winter“, wo es perlend und rieselnd auf Rosen schneit. Verfängt sich mit sanfter Melancholie im Spinnennetz der „Einsamkeit“. Unruhe wächst aus dem Klavierpart, als es um „Werte“ geht, die sich allzu schnell ändern, ob in der Liebe oder der Gesellschaft. In „Furchtlos“ schreit sie um einen Toten. Da erlöst sie der Meisterpianist in „Rhapsodische Fantasie“ mit Akkordschlägen, die aus immer neuen Tiefen aufwärts streben, sich zu spannungsreicher Improvisation aufbauen. – Beide Künstler geben dem Publikum einen großen Packen Nachdenkens- wertes mit auf den Heimweg. Jubelapplaus und stehende Ovationen werden mit fulminanten Zugaben und Kurt-Weill-Collagen am Flügel belohnt.
Sächsische Zeitung)
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